Zwei sehr interessante Fragen, die diesen Artikel gut zusammenfassen:
„Wenn wir Architekten und Planer uns selbst in alten Stadtquartieren wohler fühlen als in den von uns konzipierten Neubauvierteln, warum suchen wir diese stadträumlichen Qualitäten nicht in unsere Zeit zu transferieren? Warum lösen wir die Gentrifizierung statt mit politisch verordnetem Mietpreisstopp nicht mit der Errichtung von neuen Stadtquartieren der gleichen Qualität?“
 
Lesenswerter Artikel, ausgerechnet von Christoph Mäckler, der sich den ‚Schuh‘ selbst anziehen kann, „dass die Moderne europaweit nicht einen einzigen Platzraum hervorgebracht hat, der in seiner stadträumlichen Qualität mit dem Place des Vosges, der Piazza Navona oder auch nur mit dem (…) Rathausplatz der Stadt Frankfurt, dem Römerberg (…), vergleichbar wäre“.
 
Das Mäckler das Altstadtareal in Frankfurt in diese Aufzählung hineingepackt hat, mutet allerdings etwas seltsam an. Der bereits im Mittelalter angelegte Römerberg selbst hat keine gründerzeitliche Architektur und durch die Touristifizierung kein eigentlich städtisches Leben mehr, während die gründerzeitlichen Rathausneubauten, der Nordbau und der Südbau die lebloseste Ecke der Altstadt bilden. Einzig die Braubachstraße mit ihren Gebäuden aus den Jahren 1900 bis 1920 ist ein Beispiel für ein Areal mondäne Aufenthaltsqualität, in der sich die Frankfurter wohlzufühlen scheinen.
 

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